OZ Rostock Lokalteil 21.01.2010

Alter Bahnhof wird zum Wohnpark

Quelle OZ Onlineausgabe

Am alten Güterbahnhof entsteht Rostocks größter Wohnpark. 60 Millionen werden investiert.
Baustart noch in diesem Jahr.

Rostock (OZ) - Der Zug kommt auf dem früheren Güterbahnhof ins Rollen: Nach mehrjähriger Planung wird dort noch in diesem Jahr Baustart sein. Zwischen Bahnhofsstraße und Bleicherstraße entsteht der derzeit größte innerstädtische Wohnpark. Es wird ein besonderes Wohngebiet, denn es bekommt ein Stellwerk-Quartier und ein Lokschuppen-Quartier. Rund 60 Millionen Euro fließen. In zwei Jahren soll der Großteil der Wohnhäuser stehen.

„Beschließt die Bürgerschaft wie geplant im März die Auslegung, und gibt es keine größeren Einwände, rechnen wir im Sommer mit einem vorgezogenem Baurecht“, sagt Reinhard Köster, der zusammen mit Jan-Peter Nissen die Rostocker Wohnpark-Gesellschaft führt, die die Gesamtfläche von 70 000 Quadratmetern erschließt und vermarktet.

„Gibt es Baurecht“, ergänzt Jan-Peter Nissen, „läuft das Baugeschehen in drei Quartieren parallel an, denn es gibt einen großen Druck auf diese Flächen.“ Ohne dass die Vermarktung bisher überhaupt angelaufen sei, gebe es für die Hälfte der Stadtvillen, Häuser und Wohnungen bereits Interessensbekundungen.

Das Stadtplanungsamt stehe dem Vorhaben sehr wohlwollend gegenüber und sei an einer Bebauung interessiert, versichert Ralph Müller, der das Stadtplanungsamt leitet. Und sollten während der Auslegung keine größeren Einwände vorgebracht werden, so Müller, könne er sich durchaus auch ein vorgezogenes Baurecht für einzelne Quartiere vorstellen. Eine Prognose, wann das sein könnte, mag Ralph Müller nicht abgeben. Aber aufgrund seiner Erfahrungen bei Genehmigungsverfahren für Baupläne „ist Baurecht durchaus zum Ende des Jahres möglich“.

In der Verlängerung der Ferdinandstraße werden beim alten Stellwerk, das erhalten und zu Wohn- oder Gewerbezwecken ausgebaut wird, sechs Einfamilienhäuser entstehen. Rund um den historischen Lokschuppen — er steht unter Denkmalschutz — kommen in Form von Stadtvillen sieben Einfamilienhäuser, drei Doppelhäuser sowie 12 Wohnungen hinzu. Und in dem Quartier unmittelbar hinter dem bereits ausgebauten Abfertigungsgebäude des ehemaligen Güterbahnhofs entstehen mehrgeschossige Häuser mit 100 Wohnungen — alle mit Tiefgaragenplatz und Balkon. Die Häuser bekommen alle Fahrstühle.

Und wie beim Güterbahnhof neue Lofts und Reihenhäuser im historischen Baukörper entstanden sind, soll es auch im Lokschuppen vier Lofts mit jeweils bis zu 350 Quadratmeter Wohnfläche geben. Sie werden wohl für rund eine halbe Million Euro zu haben sein.

Auf der Nordseite des Geländes an der Ernst-Barlach-Straße, zwischen OZ-Gebäude und altem Stadtwerke-Haus, entsteht ein viergeschossiges Gebäude mit einem Supermarkt auf 1500 Quadratmetern, diversen Gewerbeflächen und Parkdecks.

Jüngere Familien aus Rostock, die teilweise schon zwei Jahre auf den Baubeginn warten, und Ehepaare, die im Landkreis gebaut haben und nun zurück in die Stadt wollen, interessieren sich für die Häuser und Wohnungen.

Da es den Bedarf gibt, versucht auch die Hansestadt Wohngebiete in der Nähe des Zentrums zu entwickeln. So werden gerade neben dem B-Plan „Ehemaliger Friedrich-Franz-Bahnhof“ auch die Baupläne „Östlich der Stadtmauer“ und „Groter Pohl“ in der Südstadt zwischen Erich-Schlesinger-Straße und Bahngleisen in den Ausschüssen der Bürgerschaft diskutiert.

THOMAS STERNBERG